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“Burn-out” – Was nun? Was Burn-out ist und wie Hypnose helfen kann.

“Burn-out” – Was nun? Was Burn-out ist und wie Hypnose helfen kann.

gestresste Frau bei der Arbeit

gestresste Frau bei der Arbeit“Ich fühle mich ausgebrannt. Leer. Es geht nichts mehr. Ich bin überfordert und erschöpft. Ich empfinde gar nichts mehr.” So oder ähnlich klingt es meistens, wenn die Diagnose “Burn-out” gestellt wird.

“Burn-out”, ist das nur eine Modeerscheinung? Gab es das früher auch schon? Das sind die Fragen, die sich spontan ergeben im Zusammenhang mit dieser geradezu inflationär ansteigenden Diagnose. Burn-out selbst ist keine Krankheit, aber ein ernst zu nehmender Zustand, der leicht zu einer Krankheit führen kann – von Diabetes über Muskelschwund bis hin zu einer Depression. Burn-out ist also durchaus ernst zu nehmen. Wenn uns das allein noch nicht aufrüttelt, dann sollten es zumindest die Zahlen zum Thema:

  • 2004 gingen 4,6 Krankheitstage pro 1000 Versicherte auf das “Burn-out-Konto”
  • 2010 waren es 63,2 Tage
  • 2012 wurden 87,5 Tage dem Burn-out zugeschrieben

Das entspricht einer Steigerung von 2000 Prozent in acht Jahren! Welche andere Branche hat solche “Zuwachsraten” zu verzeichnen? Laut Statistik ist es allerhöchste Zeit, dringende Maßnahmen zu ergreifen. Viele Burn-out-Patienten bedeuten nämlich viele krankheitsbedingte Ausfälle, hohe Belastungen für die Sozialkassen und ein großes Risiko, berufsunfähig zu werden.

Dabei tritt das Phänomen Burn-out nicht nur bei den “üblichen Verdächtigen” wie Managern auf, die traditionell unter einer extremen Belastung stehen. Nein, es zieht sich mittlerweile durch alle Berufsgruppen. Anhand der erschreckenden Zahlen müssen wir fast von einer “Burn-out-Epidemie” sprechen.

Ist die moderne Arbeitswelt schuld?

Was ist also los in der deutschen Arbeitswelt? Um den Seelenfrieden scheint es jedenfalls nicht sehr gut bestellt zu sein. Ist es allerdings wirklich nur die sich verändernde Arbeitswelt oder sind es auch die markanten (übrigens immer englischen) Begriffe, die zur “Epidemie” beitragen? Ein Beispiel: Während Menschen früher gehänselt wurden, sprechen wir heute von “Mobbing”. Jemand, der unterfordert ist und sich langweilt, leidet heute unter “Bore-out”. Der Verdacht liegt nahe, dass diese –  mittlerweile gesellschaftlich akzeptierten – Begriffe gerne missbraucht werden, um Wahrnehmungen wie übermäßigem Stress ein bestimmtem Siegel geben zu können. Was anno dazumal als “Managerkrankheit” galt, heißt heute eben “Burn-out”.

Die Perversion liegt darin, dass die Diagnose “Burn-out” gesellschaftlich dermaßen anerkannt zu sein scheint, dass es heute geradezu schick ist, ausgebrannt zu sein oder zumindest ein wenig auszubrennen. Denn nur, wer für etwas brennt, zeigt doch wirklich Leistung, richtig? Außerdem klingt es doch viel weltmännischer, “Burn-out” zu “haben”. Die Akzeptanz des Begriffes erscheint geradezu unheimlich. Man könnte geradezu den Eindruck gewinnen, dass derjenige, der nicht ausgebrannt ist, auch nicht wichtig ist.

Wer ständig brennt, brennt irgendwann aus

Erledigt-StempelIn einer Arbeitsgesellschaft, die händeringend “Top-Performer”, “High Potentials”, “Begeisterungsfähige” und Menschen braucht, die “brennen”, tut die arbeitende Bevölkerung augenscheinlich vor allem eines: “ausbrennen”.

Die gesellschaftliche Akzeptanz des Burn-outs bringt jedoch eine weiteres Problem mit sich. Da wir uns für die Diagnose Burn-out ja nicht schämen müssen, fällt es uns leicht, die Verantwortung für das Ausgebranntsein dem Symptom anzulasten und von uns wegzuschieben: Schuld am Burn-out sind die gestiegenen Anforderungen, die gesellschaftlichen Zwänge, die immer schneller werdende Arbeitswelt, der hohe Druck etc. Nur nicht wir selbst! Ja nicht! Burn-out wird somit zum optimale Begriff einer ausgeprägten Opferhaltung. Ob das Ausbrennen nun tatsächlich von einer immens gestiegenen Arbeitsbelastung herrührt oder von einer Arbeitseinstellung der Unlust, die fast ausschließlich vom “Müssen” und nicht vom “Wollen” geprägt ist, fällt dabei leicht unter den Tisch. Burn-out ist ein Begriff der Unschärfe.

Wer trägt nun schuld am Burn-out?

Wer ist nun der Täter bei der Diagnose “Burn-out”? Ist es die moderne Arbeitswelt? Ist der der moderne Arbeitsnehmer, der alleskönnende Tausendsassa, ehrgeizig, motiviert, top ausgebildet, kommunikativ, eigeninitiativ, selbstaufopfernd, bestens vernetzt, immer und überall erreichbar? Ist die Globalisierung schuld, die uns in ein weltweites Konkurrenzdenken zwängt? Der Kapitalismus?

Tatsächlich hat sich die Arbeitswelt strukturell verändert. Die Arbeitsbelastung und der Druck haben sich erhöht, die Jobsicherheit nimmt ab. Die erwartete Erreichbarkeit nimmt stets zu. Darüber hinaus “produzieren” wir immer seltener Dinge, die wir anfassen können: Ein Handwerker sieht am Ende des Tages genau, was er produziert hat. In vielen modernen Jobs mit hohem PC-Einsatz ist das nicht so. Es ist also schwieriger geworden, den Sinn unserer Arbeit unmittelbar festzustellen. Der Verdacht liegt nahe, dass Burn-out auch damit zusammenhängt, dass wir uns immer weniger mit der Arbeit identifizieren können, die wir machen. Quantitativ gesehen jedoch arbeiten wir so wenig wie keine Generation vor uns, im deutschen Durchschnitt ca. 1500 Stunden im Jahr.

Reichen die zuvor genannten Einflüsse also aus, um eine 2000-prozentige Steigerung der Burn-out-Rate von 2004 bis 2012 zu begründen? Zumal wir zeitlich betrachtet immer mehr Möglichkeiten haben, uns zu erholen? Wohl kaum.

Zusammenhang von Burn-out und Stress

Am besten können wir uns dem Burn-out wohl über das Thema “Stress” nähern. Was den einen belastet, beflügelt den Nächsten – Stress wird sehr unterschiedlich empfunden. Offenbar brennen viele nicht aus, obwohl sie eine 70- oder 80-Stunden-Woche absolvieren. Warum also brennt der eine aus und der andere nicht – obwohl sie ein ähnliches Pensum bewältigen?

Eine Antwort könnte darin liegen, dass diejenigen Personen, welche die Tätigkeit ausüben, die sie wirklich erfüllt, und die deshalb regelmäßig in einen “Flow”-Zustand kommen, viel weniger häufig ausbrennen. Sie sind begeistert bei der Sache, fühlen sich herausgefordert, vergessen Zeit und Raum um sich herum. Sie klagen nicht über die Arbeitszeiten und schauen nicht auf die Uhr oder sehnen den Feierabend herbei. Ihre Arbeit ist für sie die selbst gewählte Lieblingsbeschäftigung. Ihre Arbeit ist für diese Menschen spannend.

Ein anderer, der eine ähnliche Tätigkeit ausübt, fühlt sich währenddessen aber vielleicht unwohl, unzufrieden. Der Gang zur Arbeit fühlt sich dann an wie ein tagtäglicher Zwang. Das Unwohlsein in der Magengrube kommt auf, wenn er nur an seine Arbeitsstelle denkt. Er wünscht sich, die Arbeitszeit, die als lästige Pflicht empfunden wird, würde schneller vorbeigehen. Er fühlt sich gestresst. Er wird zunehmends unzufriedener und kränker.

Während wir die äußeren Umstände unserer Arbeit nicht oder nur zu einem kleinen Teil bestimmen können, so sind wir bei der individuellen inneren Bewertung und damit der Reaktion auf die äußeren Umstände völlig frei. Unser subjektives Wahrnehmen entscheidet also darüber, ob wir etwas als “stressig” (negativ konnotiert) oder etwa “herausfordernd” (positiv konnotiert) empfinden.

Das bedeutet, das Burn-out viel mit Eigenverantwortung zu tun hat. Wir brennen nicht aus, wenn unser Chef uns Zusatzaufgaben gibt, ständig das Telefon klingelt oder Hunderte von E-Mails abzuarbeiten sind. Auch die Überstunden sind nicht das Thema. Wir brennen dann aus, wenn wir unentschieden sind, und zwar unentschieden, ein klares “NEIN” zu formulieren, wenn uns der Chef zusätzliche Aufgaben geben will oder ständige Erreichbarkeit gefordert wird. Wer “JA” sagt, dabei aber eigentlich “NEIN” meint, der brennt auf Dauer aus. Denn er tut Dinge, die er eigentlich nicht tun möchte. Er fürchtet die Konsequenzen des entschiedenen NEIN mehr als die des verwässerten JA. Somit wird die Arbeit zum Zwang, zum Gegenteil des “Flow”-Gefühls. Dieser ständige Widerstand de JA-Sagens und NEIN-Meinens kostet Unmengen von Energie uns laugt uns aus. Wir befinden uns im Hamsterrad.

Das beste Rezept gegen den Burn-out

Wer jedoch das tut, was er aus tiefster Überzeugung selbst gewählt hat, und wer bereit ist, den Preis dafür zu bezahlen, der brennt nicht aus. Er mag sich auch gelegentlich überarbeiten und sich zu viel zumuten, sicherlich. Aber er wird nicht in diesen verzweifelten Zustand kommen, in dem er sich eingestehen muss, dass er nicht mehr kann. Er weiß, welchen Preis er für seine eigene Entscheidung bezahlen muss, und er tut es aus voller Überzeugung. Er nimmt sich als Erwachsener ernst und ist das Gegenteil des Opfers. Vielleicht wird er weniger verdienen und gar nicht oder nur einmal im Jahr in den Urlaub fahren können. Vielleicht wird er gar seinen Mercedes gegen sein Fahrrad oder die Bahn tauschen. Aber er wird aufrecht und des Öfteren mit einem Lächeln auf den Lippen zur Arbeit gehen und von ihr zurückkehren, wohl wissend, dass der sich diese Tätigkeit selbst ausgesucht hat.

Der Gedanke des eigenverantwortlichen Handelns hat in Deutschland nicht Hochkonjunktur, denn er ist bisweilen schmerzhaft. Letztendlich führt er uns aber aus dem Burn-out zurück in die Kraft.

Wie kann Hypnose bei Burn-out und Stress helfen?

Betrachten wir abschließend, wie Hypnose und Mentaltraining bei Burn-out helfen können. Zum einen sind Hypnose und mentales Training nichts anderes als eine Form hocheffektiver Kommunikation und Verhaltensänderung. Das bedeutet, wir können mithilfe dieser Werkzeuge unsere innere Einstellung auf äußere Umstände (wie beispielsweise unsere Arbeit) effektiv verändern. Oft sind es uns unbewusste Faktoren, die uns während der Arbeit belasten – zum Beispiel zwischenmenschliche. Durch Hypnose ist es ein Leichtes, unbewusste Störfaktoren aufzuspüren und zu eliminieren, indem wir unser Unterbewusstsein für und nicht gegen unsere bewussten Ziele und Entscheidungen arbeiten lassen.

Es kann nur eine Kleinigkeit am Arbeitsplatz oder beim Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten sein, die bei uns Stress und langfristig Burn-out auslösen können. Hypnose hilft dabei, unbewusste Programme zu identifizieren, die bei uns Stress und Unwohlsein auslösen, und diese Programme umzuschreiben.

Darüber hinaus sind mentales Training und Hypnose überaus wirkungsvolle Instrumente zur Ziel- und Entscheidungsfindung. Mithilfe der passenden Methoden können wir unter Hypnose leicht herausfinden, was uns wirklich Freude bereitet und welche Tätigkeiten uns wirklich erfüllen. Diese oftmals verdrängten Wünsche können zugedeckt sein von äußerlichen Zwängen und den Erwartungen, die unser Umfeld, z.B. unsere Eltern, an uns stellen, weshalb sie nicht an die Oberfläche kommen, sondern im Unbewussten “schlummern”. Aus diesen Beeinflussungen können sich Glaubensmuster gebildet haben, die dazu führen, dass wir Tätigkeiten wählen, die nicht gut für uns sind – sondern gut für andere, die denken, es täte uns gut.

Raus aus Stress und Burn-out. Rein in die eigene Kraft.

stress-und-burnout-prävention-zurueck-zur-Kraft-serviceMit zielführenden Fragen und den passenden Methoden aus Hypnose, NLP und vielen weiteren Elementen aus dem Coaching helfen wir Ihnen dabei, der Stress- und Burn-out-Falle zu entkommen und Sie wieder in Ihre eigene Kraft zu bringen und die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers bestmöglich zu unterstützen: Mit dem Spezialpaket “Raus aus Stress und Burn-out. Rein in die eigene Kraft” können Sie den ersten Meilenstein auf dem Weg zum selbstbestimmten und erfüllenden Arbeitsleben legen.

Zum Abschluss noch ein paar hilfreiche Fragen zum Thema “Bin ich Burn-out-gefährdet?”:

Hilfreiche Fragen zum Thema:

  • Was würden Sie jetzt, statt Ihrer derzeitigen Arbeit, viel lieber tun?
  • Welche Tätigkeiten geben Ihnen das Gefühl eines selbstbestimmten und erfüllenden Lebens?
  • Wie oft während Ihrer derzeitigen Tätigkeit fühlen Sie sich im “Flow”, das heißt, in einem Zustand, in dem Sie Zeit und Raum vergessen können, weil Sie so in Ihrer Tätigkeit aufgehen?
  • Kommt es öfter vor, dass Sie bei Ihrer Arbeit eigentlich NEIN meinen, aber JA sagen? Wie fühlen Sie sich, wenn Sie das tun?
  • Was wäre die Konsequenz, wenn Sie öfter ein selbstbestimmtes NEIN aussprechen?
  • Welche Gefühle kommen bei Ihnen auf, wenn Sie an Ihre derzeitige Arbeit denken?
  • Wenn Sie an einem Arbeitstag ein Resümee ziehen, wie fällt es aus?
  • Haben Sie den Eindruck, dass Ihre derzeitige Arbeit ein “Energieräuber” ist? Vorsicht, “Müdigkeit” zählt hier nicht. Hier zählt z.B., ob Sie einer fremden Person auch nach Feierabend gerne berichten könnten, welche Tätigkeit Sie ausüben und ob Sie diese begeistern. Ein guter Indikator ist, ob Ihre derzeitige Arbeit eher zu “chronischer Müdigkeit” oder zu “chronischem Tatendrang” führt.

Hinweis: Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir keinerlei Behandlungen für Stress und Burn-out durchführen, sondern lediglich zielführende Beratungen und Coachings anbieten. Unsere Dienstleistungen ersetzen keinesfalls die Behandlung bei einem Arzt! Sollte bei Ihnen Burn-out festgestellt werden, gehen Sie zuerst zum Arzt! Erst danach können Sie Ihre Behandlung wirkungsvoll mittels Hypnose unterstützen.


Literatur:

  • Sprenger, Reinhard K. (2016): Die Entscheidung liegt bei dir! Wege aus der alltäglichen Unzufriedenheit. 15. Auflage. Frankfurt/Main 2016.
  • Csikszentmihalyi, M. (2013): Flow: The psychology of happiness. Random House.

Videos:

  • Zum Thema “Flow”: http://www.ted.com/talks/mihaly_csikszentmihalyi_on_flow?language=en

 

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