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Die Macht der Gewohnheiten, wissenschaftlich untersucht

Die Macht der Gewohnheiten, wissenschaftlich untersucht

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hypnose-hilft-gewohnheiten-zu-ändern-hypnose-mentalcoachesAlle Jahre wieder – nehmen wir uns viele Dinge vor, die wir im neuen Jahr umsetzen wollen. Der Zeitpunkt ist dabei oft der Silvesterabend, an dem wir das alte Jahr Revue passieren lassen und unsere guten Vorsätze fürs neue Jahr formulieren. Ganz häufige “Kandidaten” sind dabei:

  • Ich möchte weniger essen und abnehmen…
  • Ich möchte mich gesünder ernähren…
  • Ich möchte weniger rauchen…
  • Ich möchte den Kurs X besuchen…
  • Ich möchte mehr Zeit mit X verbringen…
  • Ich möchte die Gewohnheit X ändern…

Damit sind wir bei unseren Gewohnheiten angelangt. Sie bestimmen einen Großteil unseres Lebens – und sind meist deutlich schwerer zu ändern, als wir denken. Warum es einfacher ist, endlich den ungeliebten Zahnarzttermin zu vereinbaren, als das Smartphone aus dem Schlafzimmer zu verbannen, lesen Sie hier.

Änderungs- und Vermeidungsgewohnheiten

Christof Kuhbandner, Professor für Pädagogische Psychologie an der Universität Regensburg, hat sich, zusammen mit seiner Kollegin Julia Haager, die Frage gestellt, welche Gewohnheiten leichter zu durchbrechen sind: Annäherungs- oder Vermeidungsgewohnheiten? Annäherungsgewohnheiten bedeuten, dass wir zu etwas Positivem “hinwollen”, Vermeidungsgewohnheiten, dass wir von etwas Negativem “wegwollen”.

Ein Beispiel für das Ändern einer Annäherungsgewohnheit ist beispielsweise: “Ich möchte mir das Smartphone im Schlafzimmer abgewöhnen”, ein Beispiel für das Ändern einer Vermeidungsgewohnheit ist z.B.: “Ich möchte aufhören, den Zahnarzttermin aufzuschieben.”

Die Forscher stießen auf eine interessante Erkenntnis: In zwei Experimenten beobachteten sie zuerst das Entstehen, anschließend das Verändern von Gewohnheiten bei Annäherungs- und Vermeidungsverhalten.

Ännäherungsgewohnheiten sind schwieriger zu ändern

Ein Ergebnis des Experiments war, dass Ännäherungsgewohnheiten, sofern sie einmal gelernt wurden, schwieriger wieder zu ändern sind als Vermeidungsgewohnheiten. Die Probanden machten beim Verändern von Annäherungsreaktionen zudem deutlich mehr Fehler als beim Ändern von Vermeidungsreaktionen. Es stellte sich zudem heraus, dass Annäherungsgewohnheiten deutlich schneller entstehen als Vermeidungsgewohnheiten.

Da Annäherungsverhalten offenbar sehr schnell zur Gewohnheit werden kann, könnte darin begründet liegen, warum es so schwierig ist, sich dieses Verhalten wieder abzugewöhnen.

Christof Kuhbandner äußert überdies den Verdacht, dass es uns leichter fällt, eine Gewohnheit zu durchbrechen, die mit Vermeidung zu tun hat, als wir intuitiv annehmen. Das bedeutet konkret: Es fällt uns leichter, etwas zu tun, was wir vielleicht nicht gerade mögen und bisher vermieden haben, wie rechtzeitig zum Zahnarzt zu gehen oder den Rasen zu mähen, als etwas abzustellen, was wir uns angewöhnt haben und was uns stört, wie zum Beispiel das Smartphone im Bett zu benutzen.


Literatur:

  • Kuhbandner, C. & Haager, J. S. (2016). Overcoming Approach and Withdrawal Habits: Approaching former enemies is easier than withdrawing from former friends. Journal of Experimental Psychology: General, 145, 1438–1447.

 

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