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Die Rolle des Gehirns beim Abnehmen – und wie Hypnose hilft

Die Rolle des Gehirns beim Abnehmen – und wie Hypnose hilft

Abnehmen und GerhirnWir, Heinz und Johannes, sind seit längerer Zeit Vertreter eines gesunden Lifestyles. Als Sporthypnose- bzw. Hypnose-Coaches fokussiert sich unsere Energie allerdings meistens darauf, Menschen dabei zu helfen, wie sie ihr Gehirn effektiver nutzen können. Aber was hat unser Gehirn bitte mit dem Abnehmen zu tun? Viel mehr als wir glauben, wie Sie am Ende dieses Artikels wissen werden.

Das bezieht sich auch auf den Bereich gesundes Körpergewicht. Unbestreitbar ist die Tatsache, dass Übergewicht mit seinen gesundheitlichen Folgen in fast allen Ländern ein ernstzunehmendes Problem, quer durch alle Gesellschaftsschichten, inkl. bei Kindern und Jugendlichen, geworden ist.

Die traditionellen „Allheilmittel“ – und warum sie nichts bewirken

Die Lösung ist scheinbar einfach. Nehmen Sie das Mittel XY oder machen Sie die XYZ- Diät, und Sie werden ganz einfach Ihr Wunschgewicht in kurzer Zeit erreichen. So steht es zumindest in (fast) allen Zeitschriften. Jede Woche werden neue Diätprogramme angeboten und gekauft, Enttäuschung inbegriffen, dass sich wieder kein bleibender Erfolg durch meine „neue“ Diät einstellt.

Was verbirgt sich hinter dem Wort „Diät“, das aus dem Altgriechischen Diaita stammt, eigentlich? In der Antike benutzte der Arzt Hippokrates dieses Wort, Diaita, im Zusammenhang mit einer strukturierten Lebensart. Essen und Trinken, Bewegung und Erholung sowie Arbeit sollen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.

Ein moderner Blödsinn: Kalorienzählen und Diäten

In unserer Zeit verbinden sehr viele Menschen mit dem Wort Diät „bewusstes  Hungern“, sprich das Zählen von Kalorien, um dadurch Gewicht zu verlieren. Herkömmlichen Aussagen zufolge müssen wir also weniger Kalorien zu uns nehmen, als unser Körper „verbrennt“, damit wir abnehmen. Diese Information ist sicher richtig, aber – leider – völlig nutzlos. Denn diese Information enthält keine Erklärung darüber, wie das „Verbrennen“ wirkt und was es bewirkt.

Vor hundert Jahren wusste niemand, was eine Kalorie war. Daher konnten auch keine Kalorien gezählt werden. Überraschenderweise war Übergewicht damals aber um ein Vielfaches seltener als heutzutage.

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge reguliert sich unser Körpergewicht durch Hormone. Unser Köper versucht ständig, sich im „Gleichgewicht“ zu halten, d. h. entweder wird Energie eingelagert oder verbrannt. Hormone sind es, die uns Hunger oder Sättigung vermitteln. Dieser Prozess der Ausgewogenheit nennt sich Homöostase.

Trotz dieser Erkenntnisse wird versucht, uns einzureden, dass wir die Kalorien zählen müssen, um schlank zu werden oder zu bleiben. Seltsamerweise funktionieren alle anderen Prozesse in unserem Körper perfekt, ohne dass wir diese zählen müssen. Beispielsweise geht niemand joggen und zählt dabei seine Atemzüge mit dem Gedanken, dass diese hoffentlich ausreichen, um nicht wegen Sauerstoffmangels ohnmächtig zu werden. Wir atmen einfach.

Es wird eine Unmenge Geld für kalorienreduzierte Nahrung und Diäten ausgegeben, trotzdem werden viele Menschen immer dicker. Warum funktionieren diese Abnehmbemühungen nicht wirklich?

Die zentrale Rolle des Gehirns bei der Energieversorgung

Die Rolle des Gehirns beim AbnehmenZu diesem Thema hat Prof. Dr. med. Achim Peters von der Universität Lübeck in einer großen Anzahl internationaler Studien nachgewiesen, dass unser Gehirn bei der Energieverteilung in unserem Körper eine sehr zentrale Rolle spielt. Unter normalen Umständen werden die Bedürfnisse (Energie) der verschiedenen „Gehirnabteilungen“ ausgewogen versorgt. Sobald diese Balance aus dem Gleichgewicht gerät, z. B. durch Stress, werden die Kompetenzen bei den stoffwechselphysiologischen Vorgängen umverteilt. Jede Diät ist aus Sicht der Gehirnregionen, die für die Energieversorgung verantwortlich sind, somit eine schwerwiegende Krise.

Denn eine Diät, gleichbedeutend für eine Reduktion der Kalorienzufuhr, bringt den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht, sie bedeutet einen Versorgungsengpass für unser Gehirn.

Dieses Ungleichgewicht des Stoffwechsels bedeutet gleichfalls, dass auch das Stresshormon Kortisol das Stresssystem nicht ruhigstellen kann. Es verlangt ununterbrochen nach Energie fürs Gehirn. Selbst wenn sich Körper und Gehirn bei einer Diät kurzfristig zu einer Gewichtsabnahme „überreden“ lassen, verlieren die meisten Menschen den Kampf mit den anhaltenden Energieanforderungen des Stresssystems und essen wieder mehr. Bekannt ist dies unter dem Namen „Jo-Jo-Effekt“. Die mühsam erarbeiteten Erfolge der Diät sind vergebens. Schlimmer noch: Meist wiegen wir am Ende mehr als vor der Diät.

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass eine Reduzierung von Kalorien nicht nur einen großen Einfluss auf den Stoffwechsel des Gehirns hat, sondern auch auf die psychische Verfassung.

Übergewicht bedeutet eine gestörte Energieverteilung

Es ist mittlerweile bekannt, dass  übergewichtige Menschen u. a. an einer Störung der Energieverteilung leiden. Das Gehirn wird im richtigen Maß mit Energie versorgt, der Körper dagegen um ein Mehrfaches. Übergewicht ist also nicht eine Folge übermäßiger Nahrungsaufnahme – vielmehr stellt sich die Frage, was diese unterschiedliche Energieverteilung im menschlichen Körper veranlasst?

Ausschlaggebend für die Verteilung, den Einsatz und die Kontrolle der Energieströme sind die abgespeicherten Informationen, wie Erlebnisse, Erfahrungen, Gefühle. In Bezug zur Nahrung sind da noch Geschmack, Gerüche und Erinnerungen, z. B. an Orte, an denen die Nahrung besonders schmackhaft  war. Es sind also bestimmte Signale, die eine bestimmte Reaktion auslösen: Musik, die Erinnerungen an ein besonders köstliches Essen auslöst, ein Werbespot setzt einen Bezug zu Chips und Süßigkeiten.

Falsche Konditionierung durch Trost- und Komfort-Essen

Bekommt z. B. ein Kind als Trost oder Belohnung Süßigkeiten, d. h. extra Zucker für das Gehirn, was wiederum die Deckung für den zerebralen Energiebedarf für  Belastungssituationen bedeutet, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass bei häufigen Wiederholungen das Stresssystem des Kindes konditioniert wird. Das bedeutet für das Gehirn: Das Stresssystem wird durch eine leicht erschließbare Nahrungsquelle entlastet.

Trost durch Nahrung verführt zum Komfortessen, dies wiederum ist meistens der Start zum Übergewicht.

Die Nahrungsmittelindustrie macht es sich durch ihre ausgefeilte Werbetechnik zunutze, dass wir auf die in der Werbung versteckten Hinweise (Cues) reagieren. Viele CuesNeuronale Plastizität, Formbarkeit des Gehirns können einen neuronalen Lernprozess in Gang setzen, bei dem Bereiche unseres Gehirns wie ein Computerprogramm umprogrammiert werden.

Glücklicherweise hat das Gehirn die Fähigkeit, sich dank seiner neuronalen Formbarkeit (neuronale Plastizität) immer wieder neu zu konstruieren und zu strukturieren. Diese Plastizität nimmt im Laufe unseres Lebens zwar ab. Trotz allem bleibt das Gehirn bis ins hohe Alter veränder- und umstrukturierbar.

Für unser Idealgewicht müssen wir unser Stresssystem wieder in Balance bringen

Maßgeblich entscheidend, um Übergewicht zu reduzieren oder zu vermeiden, ist die Erkenntnis, dass eine Balance zwischen hirnenergetischer und emotionaler Homöostase existiert. Gelingt es, unser Stresssystem wieder in seine Ruhelage zu bringen, wird sich eine Normalisierung des Körpergewichtes einstellen. Zur Beruhigung unseres Stresssystems tragen Gefühle am wesentlichsten zum Gelingen bei. Inzwischen ist der Zusammenhang zwischen Stress und Übergewicht in verschiedenen Studien bestätigt worden.

Wie Hypnose beim Abnehmen hilft

Hypnose hilft beim AbnehmenHypnose hilft beim Erreichen des Wunschgewichts – nicht nur deshalb, weil unser Stresslevel damit stark gesenkt werden kann, weil (oftmals unbewusste) Stressoren indentifiziert und eliminiert werden können. Auch bei der Verhaltensänderung spielt Hypnose eine zentrale Rolle. Alte Programmierungen und Verhaltensmuster können in Trance viel besser aufgedeckt und überschrieben bzw. neue Programme geschrieben werden. Seelische Belastungen, die oftmals den Beginn einer Gewichtszunahme darstellen (z.B. Frustessen), können reduziert, Blockaden aufgelöst werden. Durch ein Hypnosecoaching zur Gewichtsreduktion kann die Bereitschaft, eine gesündere Ernährungs- und Lebensweise zu pflegen, langfristig verankert werden.

 


Literatur:

Achim Peters: Das egoistische Gehirn: Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpft. 4. Auflage. Berlin 2011.

 

Eine Antwort

  1. สโบเบ็ต sagt:

    Das ist ja mal ein informativer, sorgfältig mit Liebe zum Detail geschriebener Artikel. Vielen Dank! 🙂

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